Ralf Buddenbohm

Die Arbeiten von Ralf Buddenbohm nähern sich dem Betrachter, getragen von einer fühlbaren Kraft, wie eine Welle überschlagen sie sich über einem – artwave…so heißt auch die Seite des Fotografen. Der Sog der Bilder, die sich in der Hauptsache mit architektonischen Themen auseinandersetzen, aber auch die Natur und Landschaften zeigen, sowie mitunter Menschen porträtieren, gleicht dem Hin und Her des Gezeitenstromes: Ein Muss an Scharfe und die Wahl von satten Farben beschwören unweigerlich einen Bann, Kontraste und schiefe Perspektiven, ein situativ einzigartiger Winkel lässt den Blick schweifen, angezogen und abgestoßen von den einzelnen Elementen der Fotografie.

Der Künstler, der 1969 in Minden geboren wurde, begann vor ca. fünfzehn Jahren, sich unaufhaltsam in der Fotografie zu engagieren. Am Beginn dieser Zeit stand noch die intensive Auseinandersetzung mit der analogen Technik. Buddenbohm arbeitete mit Spiegelreflexkameras von Revue und Canon. Die digitale Fotografie eröffnete ihm dann neue Wege, eine größere Bandbreite an Ausdruck durch die Bildbearbeitung am Computer in HDR gab dem Fotografen mehr Impulse. Seitdem ist er beständig auf der Suche nach neuen Motiven und Arten, diese in ganz eigener Manier darzustellen.

Vor allem die Aufnahmen, die sich der Architektur, insbesondere der maroden, widmen, den Verfall der Baukunst, die Vergänglichkeit der Konstruktion widerspiegeln, vermitteln einen kraftvoll bestechenden Eindruck. Zum einen halten sie das Monumentale und Imposante eines Gebäudes, bzw. eines architektonischen Elementes fest, bannen die Gemäuer regelrecht als ein Sinnbild der Stärke und Macht in das Bild. Und dennoch entgleitet dem Betrachter der Eindruck des Ewigen ob des augenscheinlichen Verfalls des von Menschenhand Errichteten. Aber auch hier liegt wiederum eine Beständigkeit, die unmittelbare Wahrhaftigkeit der Sterblichkeit aller Konstruktion. Zu Staub wird alles, was aus diesem hervorgetreten. Buddenbohms nahezu barockes Auge fängt in den Aufnahmen die Sehnsucht nach dem Ewigen ausgelöst durch das gleichzeitige Bewusstsein der Vergänglichkeit ein. Zudem verweisen die Brüche von Licht und Schatten, der in Szene gesetzte Kontrast von Hell und Dunkel ebenso auf diese Dichotomie von Tod und Leben. Mehr noch: In dem Kreislauf des Materials und der Menschenwerke koinzidieren der Zerfall und die Prinzipien der Entstehung, der Anfang und das Ende und vice versa.

Gleichsam nehmen die Fotografien von Landschaften und Natur ein Wechselspiel auf: Durch unterschiedliche Lichtverhältnisse und spezielle (häufig schiefe) Perspektiven wird der Eindruck einer einzigartigen Momentaufnahme suggeriert. Die Ideosynkrasie des Augenblicks, der Abläufe in der Natur und den Gegenden mit ihren ständig weiter ziehenden Wolken, den sich andauernd ändernden Wind- und Wetterverhältnissen mahnt die Zerbrechlichkeit des Moments an. Die Veränderung indes ist eine Sicherheit, so dass den Aufnahmen der Flora und Fauna auch eine gewisse Ruhe und Konstanz inne zu wohnen scheint.
Alle Bilder des Fotografen Ralf Buddenbohm, auch die von Menschen, demonstrieren insofern den Reiz an einer unverbrauchten Perspektive, den Drang mehrere Blickwinkel in einer Aufnahme zu vereinen.

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