Anton Corbijn

Anton Corbijn wuchs in Holland in einem religiösen Haushalt als Sohn eines Pfarrers und einer Krankenschwester auf. In seiner Jugend war eher schüchtern und liebte die Musik. Der Fotografie ging er in erster Linie nach, um näher an die Bühne rücken zu können.

Im Alter von 17 Jahren stand ihm das Konzert der Lokalband „Solution“ bevor, doch fand sich niemand, der ihn begleiten sollte. Als Ausrede um alleine hin zu gehen borgte er sich die Kamera seines Vaters, machte ein paar Fotos vom Abend und schickte diese an eine Zeitung, die diese ohne Umschweife veröffentlichte.
Mit der Zeit folgten weitere Konzerte und Erfolge und schon bald publizierten die führenden holländischen Zeitungen seine Arbeiten in aller Regelmäßigkeit. Nach ein paar Jahren, während welcher Corbijn unter anderem ein Studium der Fotografie abbrach und sein Dasein acht Monate lang als fotografischer Assistent fristete, zog es ihn im Jahre 1979 nach London.

Grund hierfür war sein Verlangen, seiner Lieblingsband Joy Division möglichst nahe zu sein.
Seine anhaltende Liebe für die Musik und Affinität zur Fotografie öffneten ihn gemeinsam die Tür zu seiner überaus erfolgreichen Karriere als Fotograf. In den 28 Jahren nach dem Solution-Konzert posierte eine eindrucksvolle Reihe von berühmten Musikern, Moderatoren, Schauspielern, Models und weiteren, prominenten Personen vor seiner Kamera, wie David Bowie, Mick Jagger, Frank Sinatra, Pavarotti, Naomi Campbell und viele, viele mehr.

Auch wenn er mittlerweile Berühmtheiten jeglicher beruflicher Herkunft ablichtet, bevorzugt Corbijn bis heute das Abreiten mit Musikern: „Im Gegensatz zu Schauspielern und dergleichen bleiben Musiker üblicherweise sie selbst; sie müssen keine Rolle spielen. Musiker sind tatsächlich die Ausweitung der Musik, die sie selbst spielen.“

Anton Corbjins markanter Stil resultiert aus seiner Absicht, seine Umwelt möglichst realitätsnah zu portraitieren. In seinen Werken erlebt man die sonst so unnahbare Prominenz wie man sie bisher nicht zu Gesicht bekam: kühl, verwundbar, sanftmütig und zugleich sentimental. Es ist diese romantische Attitüde, die seine persönliche Handschrift prägt.

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